Ballontage  im Mai

Dem Himmel so nah im Südsteirischen Weinland

Sanfte Hügel mit verträumten Dörfern, Weinberge, Blumenwiesen, Obstbäume und Kürbisäcker einmal aus ganz anderer Perspektive: Rund 20 Ballonteams sorgen jedes Jahr an einem Wochenende Mitte Mai dafür, dass die „Giganten der Lüfte“ den Himmel über dem Sulmtal Sausal erobern und für echte Hingucker sorgen.


Als beliebter Fixpunkt haben sich die Ballontage im Sulmtal Sausal etabliert. Bei perfekter Thermik werden dieses Jahr wieder an die 20 Heißluftballone den Himmel rund um die Sausaler Weinberge erobern. Start ist beim Sportplatz Fresing in Kitzeck, dem höchstgelegenen Weinort Mitteleuropas. Bei ein- bis eineinhalbstündigen Ballonfahrten lassen sich die Hügel, Weingärten, Bauernhöfe, Klapotetz & Co aus der Vogelperspektive beobachten. Oder von unten – beim gemütlichen Verweilen bei Sausaler Wein und steirischen Köstlichkeiten.

Als besonderes Highlight der Ballontage dürfen sich Gäste auf die „Nacht der Ballone“ mit einem gewaltigen Nachtglühen am Samstagabend freuen. Dabei werden die Heißluftballone gerade soweit erhitzt, dass sie sich aufrichten, aber nicht vom Boden abheben. Die hellen Flammen der Brenner innerhalb der Ballonhüllen erzeugen in der Dunkelheit einen wunderschönen Effekt, bei dem es scheint, als würden die Ballonhüllen hell leuchten.

Kleines Ballonfahrer Lexikon

Eine Fahrt im Ballon ist ein prickelndes  Erlebnis. Der Blick auf die Landschaft einzigartig. Geduld und Vertrauen werden gefordert. Denn die erfahrenen BallonfahrerInnen beherrschen die Technik, doch das Ziel bestimmt immer der Wind!

FAHRTHÖHE, TEMPERATUR, BEKLEIDUNG
Die typische Fahrthöhe des Ballons liegt normalerweise je nach der gewünschten Fahrtrichtung irgendwo zwischen „Baumwipfelhöhe“ und ca.1000m über Grund. Daher ist es nicht kalt. Der Ballon fährt mit dem Wind, das heißt, er fliegt nicht durch die Luft, sondern er wird von der Luft (also dem Wind) geschoben und ist daher nicht schneller oder langsamer als die umgebende Luft. Angenehmer Effekt: Im Ballon herrscht Windstille - und zwar immer. Kühle Temperaturen macht erst der Wind richtig unangenehm. Noch dazu haben wir ja einen ordentlichen „Heißlüfter“ - unseren Gasbrenner - an Bord, und dieser strahlt auch viel Wärme nach unten.  Im Winter genügt normalerweise die übliche Winterbekleidung mit warmem Schuhwerk; im Sommer normalerweise eine dünne Jacke.

Jedenfalls keine „Sonntagsgarderobe“, weil eine Ballonfahrt eine sehr naturverbundene Sache ist, und ab und zu auch mit einer Landung in einem frisch gepflügten Acker endet. Immer wichtig ist festes Schuhwerk, möglichst keine Absätze, um ein „Verknöcheln“ bei der Landung zu vermeiden.

 

SCHWINDELFREIHEIT, SICHERHEIT
In einem Ballonkorb zu stehen ist nicht wie das Stehen auf einer hohen Leiter oder der Blick von einem schmalen Steig in die Tiefe. Die Korbhöhe allein verhindert normalerweise schon ein Gefühl des „in die Tiefe kippens“. Übelkeit, wie sie etwa durch das Schütteln in einem Flugzeug ausgelöst werden kann, gibt’s bei uns im Normalfall auch nicht, weil der Ballon eben in Windstille dahin gleitet. Grundsätzlich haben langjährige Erfahrungen gezeigt, dass selbst Leute mit einem wirklich „unguten Gefühl“ dies in kürzester Zeit vergessen, und oft zu echten Fans dieses Ausblickes werden, den man nicht als einen Blick in die Tiefe empfindet, sondern eher als einen weiten Blick in eine Landschaft, die sich unter einem wunderbar entfaltet.


Moderne Ballons für den Transport von Passagieren sind so konstruiert, daß sie außerordentlich stabile Fahreigenschaften besitzen und selbst durch einen ggf. groben Pilotenfehler nicht leicht zum Absturz gebracht werden können. Nur zwei Dinge sind für einen Ballon wirklich gefährlich und führen fast zwingend zu schweren Unfällen: Erstens die Kollision mit einer Starkstromleitung. Piloten sind daher trainiert, diesbezüglich ganz besonders sorgsam uns vorausschauend unterwegs zu sein.
Und zweitens das Ballon fahren in stürmischem Wetter. Gerade beim Einschätzen des Wetters werden keinerlei Kompromisse eingegangen.

Heißluftballone werden gestartet | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Die Ballonhülle besteht aus einem hochreißfesten und beschichteten Nylonmaterial das nur dazu da ist, die warme Luft am Entweichen zu hindern.
Die eigentliche Last des unten hängenden Korbes mit den Passagieren, wird über bis zu 24 Lastbänder verteilt. Diese hochreißfesten Lastbänder laufen wie ein Netz über die Hülle.

Der Korb besteht aus einem Weiden-Bambusgeflecht, das nicht nur schön ausschaut, sondern durch einen eingearbeiteten Stahlrahmen sehr stabil und sicher ist.mDurch diesen Rahmen laufen Stahlseile an denen letztlich die Ballonhülle befestigt ist.

Der Gasbrenner besteht aus einem sehr leistungsfähigen Mehrfachbrennersystem, das eine gefahrlose Weiterfahrt selbst beim Totalausfall einer Komponente gewährleistet. Unser Treibstoff ist ganz normales Propan, wie Sie es auch zu hause verwenden.

Unsere Gasflaschen sind allerdings nicht mit den handelsüblichen Gasflaschen vergleichbar; sie haben viele Sicherheitsventile und bestehen aus einem Spezialstahl.

Die Überprüfung des einwandfreien Zustands aller Ballonkomponenten wird regelmäßig zumindest einmal jährlich von der Zivilluftfahrtbehörde vorgenommen, sodass z.B. schon lange vor Erreichen einer grenzwertigen Hüllenfestigkeit diese aus dem Verkehr gezogen wird.