Der Blick auf die südsteirischen Weinberge mit Klapotetz | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Volkskultur

Das Klapotetz-Geheimnis: Kirschbaumholz!

Der Klapotetz (slowenisch klopótec, zu deutsch „Klapper“) ist ein im südsteirischen Weingebiet verbreitetes, meist 8-flügeliges Windrad. Sie besteht aus einem Windrad mit Welle und Klöppeln, die durch ihr rhythmisches Geklapper die Vögel aus den Weingärten zur Zeit der Traubenreife fern halten sollen.


Als Material zur Herstellung eines Klapotetz werden vier Holzarten benötigt: Fichtenholz (auch Tanne oder Lärche) für die Flügel, Buchenholz für die Klöppel, Esche oder Kastanie für den Block und Kirschbaumholz für das Schlagbrett. Letzteres darf nicht durch ein anderes Material ersetzt werden, denn nur Kirschbaumholz erzeugt schrille Töne und wahrscheinlich auch Töne im Ultraschallbereich, welche die Vögel eher fern halten. Der Durchmesser des Windrades beträgt meistens etwa ein Meter. Am hinteren Ende des Klapotetz werden oft Birkenbuschen als Windfahne und Gegengewicht angebracht. Das melodische Geklapper des Klapotetz ist charakteristisch für die Stimmung der südsteirischen Weinberge.

Der größte Klapotetz der Welt steht bei uns am Demmerkogel. Er ist mit seinen 16 m Höhe weithin sichtbar und  frei zugänglich. Sein Schlagwerk mit Windrad wiegt 3,4 Tonnen, der Eichenholzstamm 2,6 Tonnen und eine Klachel hat das stolze Gewicht von 40 kg. Die acht Klöppel sind aus Akazienholz gefertigt, das Klangwerk aus Kirschholz und die Federn aus Fichtenholz.

 

Blühende, rosa Rosen im Weingarten | © Steiermark Tourismus | ikarus.cc

Rosen & Weinreben

Eine große Liebe und bedeutsame Symbiose.
Die Tradition, am Ende bzw. Beginn von Weinreben Rosenstöcke zu pflanzen dient nicht nur dem herrlichen Anblick. Der Hintergrund ist ein ernster und bedeutsamer. Rosen benötigen ähnliche Bedingungen für ihr optimales Wachstum, wie Weinstöcke. Sie sind allerdings wesentlich anfälliger für Pflanzenkrankheiten als die Weinreben. Die Rosen sind sozusagen Indikatoren für den Weinbauer. Denn zeigt sich eine Krankheit wie z.B. Mehltau am Rosenstock, kann er noch rechtzeitig Maßnahmen setzen, um den Wein zu schützen. Darüberhinaus bieten die Rosenstöcke idealen Lebensraum für Nützlinge.

Fröhliche Feste und schräge Bräuche

Um einen Grund zum Feiern ist man in der Steiermark nie verlegen.

Ob Winterkehraus, Frühlingsbeginn, Ostern, Ernte oder Lesezeit – hier im Sulmtal Sausal – Weinland.Südsteiermark leben die Menschen mit der Natur und ihrem Rhythmus, aber auch mit ihren Traditionen. Und dazu zählen die vielen Bräuche und Legenden, die sich über die Jahrhunderte hinweg erhalten haben. Und die jedes Jahr mit Tanz, Gesang und so manch gutem Glas Wein aufs Neue gefeiert werden.

Geschichten, Legenden, Sagen, traditionelle und schräge Bräuche quer durchs Sulmtal Sausal

So geht etwa die Sage vom buckligen Schratl, der als Kobold Gutes tat, aber auch die Bauern neckte. Heute wird im Ort Heimschuh (www.schratln.at) von Mai bis Oktober einmal die Woche seiner gedacht, wenn jeden Donnerstag ab 17 Uhr Bauern und regionale Produzenten ihre Handwerkskünste zeigen und ihre Schätze auftischen: Selchfleisch, Würstel, Käse und Brot, Säfte, Schnaps, Honig und natürlich das echte Kürbiskernöl.

Mitte August lädt der Weinbauverein Großklein zum fast schon legendären „Großkleiner Weindörfl“ ein, mit Wein, bäuerlichen Spezialitäten und Musikuntermalung verschiedener Bands.

Gleich zwei Tage dauert das traditionelle „Zeggern“ im Schlosspark von Gleinstätten Anfang September. Hier wird verkostet, aufgspielt und getanzt, denn „zeggern“ bedeutet "auf dem Weg sein". Zum nächsten Sulmtaler Schmankerl, zur nächsten Tanzrunde oder zur nächsten Bauernstube. Jedes Jahr wird ein anderes altes Handwerk in den Mittelpunkt gestellt und in Erinnerung gerufen. So wird beim Zeggern fleißig gewerkt und fachgesimpelt; flotte Musik, Tanz und Gstanzlsingen runden das Programm ab.

Beim jährlichen Vogelscheuchenfest am 1. Wochenende im September werden im Weinort Kitzeck die besten und originellsten Vogelscheuchen prämiert. Denn immerhin wacht eine ganz besondere Vogelscheuche über die reifen Trauben: der Klapotetz mit seinem hölzernen Klappern, das Wahrzeichen der südsteirischen Weinberge.

Hier kracht die Tracht!

Sulmtaler Dirndl, Steirerjanker, zünftige Lederhosn, Stutzn, Huat - so is' guat!
Mit einem trachtigen Outfit ist man derzeit zu fast jedem Anlaß top gestylt. Doch auch die tradionellen Alltags- und Festagstrachten der jeweiligen Regionen erleben eine neue Blütezeit! Man ist wieder stolz auf seine Wurzeln und zeigt dies gerne mit der typischen, heimatlichen Trachtenbekleidung.